Gesunde Ernährung in Kindergärten

Der Arbeitskreis Kinder und Jugendliche im Haus der Gesundheit hat ein Konzept zur gesünderen Ernährung und zur Förderung des Ernährungsbewusstseins in Kindertagesstätten erarbeitet.

Mit der Umsetzung der in diesem Zusammenhang erstellten Standards können Kindertagesstätten des Kreises Bergstraße mit dem Zertifikat „Ernährungsbewusste Kindertagesstätte“ ausgezeichnet werden.

  1. Die Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten in der Kindertagesstätte sind zu festen Zeiten in den Tagesablauf verankert.
  2. Das gemeinsame Essen und Trinken findet in einer ruhigen und kommunikativen Atmosphäre mit räumlicher Abtrennung zum Spielbereich statt. Wenn eine räumliche Trennung nicht möglich ist, muss eine zeitliche Trennung von Spiel- und Abholzeiten sichergestellt sein.
  3. Mindestens eine Erzieherin / ein Erzieher eröffnet die Essenssituation mit einem wiederkehrenden Ritual, bleibt zur Aufsicht und Hilfestellung beim gemeinsamen Essen und Trinken bei den Kindern und isst auch mit. (Betreuungsschlüssel: mindestens eine Erzieherin / ein Erzieher pro 12 Kinder). Die gesamte Situation (Lebensmittel, Verhaltensregeln, Selbständigkeit, Ermuntern zum Ausprobieren usw.) wird als Lernsituation genutzt. Die Kinder sollen die Möglichkeit bekommen zu lernen selbst einzuschätzen, welche Portionsgröße für sie angemessen ist. Das Erlernen von Verantwortlichkeit für den Ablauf des gemeinsamen Essens (Auf- und Abräumen, sauber machen, Ess- und Tischkultur) wird gefördert.
  4. Die Lebensmittel werden von der Einrichtung gestellt. Es sind überwiegend saisonale Produkte aus der Region (dies schließt nicht z. B. die spanische Orange in der Winterzeit aus). Mindestens 20 % der Lebensmittel sind aus biologischer Landwirtschaft. Es wird kein Fleisch aus Mast- / Massentierhaltung verwendet. Angebot und Mengenverhältnis der Lebensmittel orientieren sich an den „Basisregeln der gesunden Verpflegung in KiTas“ des Hauses der Gesundheit und an den Empfehlungen „Altersgemäße Lebensmittelverzehrmengen“ des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund. Nicht erlaubt sind Geschmacksverstärker, künstliche Farbstoffe, synthetische Konservierungsstoffe, Fertigsoßen, Fertigsuppen, so genannte „Kinderlebensmittel“ und Light-Produkte.
  5. Mindestens ein(e) Erzieher(in), die/der als Vollzeitkraft arbeitet sowie eine weitere Anzahl von Erzieher(inne)n entsprechend der Gruppenzahl der KiTa nehmen an einer vom Kreis Bergstraße vorgesehenen Fortbildung zum Thema Ernährung teil. Die Fortbildung soll in jedem Jahr stattfinden. Dadurch muss gewährleistet werden können, dass für jede Gruppe die tägliche Essenssituation durch eine entsprechend fortgebildete Kraft betreut wird. Die in der Fortbildung erworbenen Kenntnisse müssen mindestens alle zwei Jahre aufgefrischt werden. Die Kindertagesstätte benennt eine zum Thema fortgebildete Vollzeitkraft als Ernährungsbeauftragte(n).
  6. In jeder Gruppe der Einrichtung wird zwölf mal im Jahr oder öfter eine Einheit aus einem der folgenden Themen durchgeführt:
    • Erfahrung der Lebensmittel mit den Sinnen (Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen)
    • Herkunft der Lebensmittel (Besuch auf dem Bauernhof, in der Bäckerei, der Kelterei usw.)
    • Essen wird gemeinsam zubereitet(gemeinsam Kochen, Backen)
    • Betreuung eines eigenen Nutzgartens
  7. Mindestens einmal jährlich wird bei einem Elternabend oder Workshop für Eltern das praktische Umsetzen des ernährungspädagogischen Konzepts der Einrichtung vorgestellt und besprochen.
  8. Ferner tauschen die Vertreter/innen der teilnehmenden Einrichtungen mindestens einmal jährlich bei einem Treffen ihre Erfahrungen aus.
  9. Die Umsetzung des ernährungspädagogischen Konzepts wird von der Einrichtung schriftlich dokumentiert.

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